Konzepte sind gute Möglichkeiten, um Visionen darzustellen und begreifbar zu machen. Man kennt die Concept Cars der Autoindustrie, die an Messen und Autosalons im Rampenlicht stehen und für Aufmerksamkeit sorgen. Und aus denen dann in abgeschwächter Form Jahre später Serienfahrzeuge werden.
Visionen begehbar machen und Ideen für künftige Bäder vorwegnehmen, das will auch der renommierte Architekt und Designer Antonio Citterio, der mit seinem Team ein visionäres Badkonzept entwickelt hat, ausgestattet mit bereits erhältlichen Armaturen.
Das Konzept-Bad
Antonio Citterio, einer der weltweit führenden Architekten und Designer, hat sich einen wohlverdienten Ruf als «Gentleman des Designs» erarbeitet. In seiner mehr als fünf Jahrzehnte umfassenden Karriere hat sich der in Mailand lebende Maestro durch seine raffinierte Feinfühligkeit, seine eleganten und unaufdringlichen Designkonzepte und sein Gesamtwerk ausgezeichnet – darunter auch mehrere zeitlose Kollektionen mit Produkten fürs Bad. Minimalistisch, mit weichen Konturen und einer sinnlichen Form, lädt seine neueste Kollektion – mit Produkten fürs Waschbecken, für die Badewanne und die Dusche – zum Berühren ein und fasziniert aus jedem Blickwinkel. «Wenn ich an ein solches Produkt denke, denke ich sofort an einen Raum», sagt Citterio. «Ich stelle mir das Produkt immer in einer Filmkulisse vor, in einem Ambiente, in dem die Menschen mit dem Produkt und dem Raum interagieren.»
Wohlbefinden und Entspannung
Für das Badkonzept stellte sich Antonio Citterio ein skandinavisches Strandhaus vor – ein Ferienhaus für eine junge und aktive Familie, die nicht an ein bestimmtes Budget gebunden ist. Natürliches Licht ist rar und kostbar in dieser unberührten Umgebung hoch im Norden. Es muss bei jeder Gelegenheit genossen werden. Aus diesem Grund hat Citterio das geräumige Bad nach Osten ausgerichtet und anstelle einer Aussenwand die gesamte Länge des Bades mit einer einzigen Glasscheibe versehen. «Es ist ein traumhafter Raum», sagt Citterio. «Stellen Sie sich die jungen Eltern vor, die Kinder. Es läuft Musik. Und Sie sind mitten in der Natur – vor Ihnen befindet sich nichts als die Felsen und das Meer. Am Morgen haben Sie dieses besondere Licht – aus Richtung Osten, die tief stehende Sonne. Der Tag kann nicht besser beginnen. Aber auch abends, bei Kerzenschein, haben Sie dieses besondere Ambiente. Es ist ein Traum, ausgerichtet auf Wohlbefinden und Entspannung. Sie können sich im Hängesessel ausruhen und einfach die Aussicht geniessen.»
Das für ein nördliches Klima konzipierte Bad ist mit hellen Materialien wie Travertin, hellem Zement und hellem Birkenholz, das die Decke verkleidet und für die raumhohe mechanische Brise Soleil verwendet wird, ausgestattet. Auf diese Weise wird das unterstrichen, was Citterio als «Willkommen heissen des natürlichen Lichts» bezeichnet. Während die Birke in Nordeuropa verbreitet ist, wird der Travertin – ein poröser, cremefarbener Kalkstein – eher mit Citterios Heimat Italien in Verbindung gebracht. «Der Travertin ist warm», sagt Citterio, «und wir wollten hier in der Kälte ein paar warme, italienische Akzente setzen. Travertin ist nicht exakt geformt, und das gefällt mir. Der Stein erzählt eine Geschichte.»
Vom Boden zur Decke
Eine der Besonderheiten des Konzepts von Citterio ist eine frei stehende Konstruktion aus Travertin, die Waschtisch und Badewanne kombiniert. «Die Idee ist, eine völlig freie Wand zu haben. Normalerweise verlaufen die Wasserleitungen in der Wand. Hier haben wir aber das Waschbecken und die Badewanne in die Mitte des Raumes gebaut, so dass die Rohre aus dem Boden kommen. Und dann haben wir die Wand komplett aus Glas – sie ist völlig transparent, nichts behindert die Sicht.»
Die Idee, eine freistehende Konstruktion zu schaffen, die Waschtisch und Badewanne kombiniert, war der Ausgangspunkt für ein übergreifendes Designkonzept, erklärt Citterio: «Wir haben uns überlegt, was wir machen können, damit alles im Bad freistehend ist. Wenn Sie die Rohre vom Boden zur Decke verlaufen lassen, können Sie die Spiegelelemente an den Rohren anbringen und der Spiegel ist drehbar. Es verläuft also alles von der Decke oder vom Boden ausgehend – die Brise Soleil, die Lichter, der Hängesessel – und nichts ist an der Wand angebracht.»
Zu den Armaturen, die für dieses Traumbad ausgewählt wurden, gehören zwei Armaturen an den Waschbecken, eine 3-Loch-Wannenrandarmatur und im Duschbereich ein Thermostatmodul in Kombination mit einer Hand- und Kopfbrause. Als Oberflächenfarbe wählte Citterio «Brushed Black Chrome», eine exklusive FinishPlus Oberfläche. Brushed Black Chrome hebt sich vom cremefarbenen Travertin ab und unterstreicht die schlanke, sinnliche Form der Armatur aus jedem Blickwinkel.
Antonio Citterio
Der Architekt und Designer Antonio Citterio lebt und arbeitet in Mailand. Mit Entwürfen für Hotels, Wohnungen und Geschäftshäuser machten sich er und sein Team einen Namen. Nicht zuletzt zählt Citterio auch zu den bedeutendsten Designern unserer Zeit. Zu seinen Entwürfen zählen u.a. Sitzmöbel, Regale, Türgriffe, Betten, Kücheneinrichtungen und komplette Bäder. 1979 und 1987 erhielt er für seine Arbeiten den Compasso d’Oro. Er ist seit 2007 Mitglied des Italienischen Rats für Design.