Immobilienmarkt

Immobilien 2026: Nachfrage bleibt hoch, Preisdynamik verlangsamt

Die Schweizer Wirtschaft wächst im Jahr 2026 moderat. Zinsen bleiben tief sowie die Binnenkonjunktur robust. Auch die Nachfrage nach Wohneigentum und Mehrfamilienhäusern bleibt stark.

von Pascal Züger

Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE)

Die Schweizer Volkswirtschaft soll im  Jahr 2026  moderat wachsen. Der Expertenkonsens erwartet ein reales BIP-Wachstum von rund 1 Prozent. Damit bleibt das Wachstum unter dem langfristigen Potenzial, wird aber von einer robusten Binnenwirtschaft getragen. Die Nachfrage wird gestützt durch steigende Reallöhne, stabile Konsumausgaben und eine weiterhin positive – wenn auch etwas gedämpfte – Zuwanderung. Bei der Arbeitslosenquote wird ein moderat steigender Wert von rund  3,2 Prozent  angezeigt.

Die Inflation bleibt mit rund  0,4 Prozent  tief, und die Schweizerische Nationalbank hält den Leitzins bei  0 Prozent . Ein Zinsschritt nach oben erscheint kurzfristig betrachtet als unwahrscheinlich. Belastend wirken vor allem externe Faktoren wie zum Beispiel die geopolitischen Spannungen, Handelshemmnisse, die US-Zollpolitik sowie die anhaltenden strukturellen Probleme grosser EU-Volkswirtschaften. Insgesamt zeigt sich die Schweiz als stabiles Boot in unruhigen Gewässern. Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts voraussichtlich ab den Jahren  2028 bis 2030  verändert sich die steuerliche Belastung für Eigentümer, was mittelfristig die Nachfrage leicht positiv beeinflussen könnte.

Marktdruck bei Eigentums-wohnungen bleibt hoch

Der Markt für Eigentumswohnungen bleibt strukturell angespannt. Zwischen  2019 und 2024  stiegen die Transaktionspreise schweizweit um rund 25 Prozent. Auch 2025 setzte sich der Aufwärtstrend fort. Im vierten Quartal lagen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um  6,3 Prozent  höher.

Die Nachfrage wird durch mehrere Faktoren gestützt: tiefe Hypothekarzinsen, stabile Haushaltseinkommen, Urbanisierung sowie ein knappes Neubauangebot. Gleichzeitig wird die Tragbarkeit für viele Kaufinteressierte zunehmend zur Herausforderung, da Banken weiterhin mit kalkulatorischen Zinssätzen von  4,5 bis 5 Prozent  rechnen.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede, doch insbesondere in urbanen Zentren und gut erschlossenen Agglomerationen bleibt das Interesse hoch. Eigentumswohnungen sind für viele junge Haushalte die einzige realistische Form von Wohneigentum und stellen gleichzeitig für ältere Eigentümer eine attraktive Alternative zum Einfamilienhaus dar. FPRE erwartet für 2026 weiterhin steigende Preise, wenn auch etwas moderater als in den Vorjahren.

Einfamilienhäuser: Nachfrage stabil – Preisanstieg verlangsamt

Bei Einfamilienhäusern hat sich der Preisanstieg zuletzt abgeschwächt. Im vierten Quartal 2025 lagen die Preise schweizweit  1,1 Prozent  über dem Vorjahresniveau, nachdem in den Jahren zuvor deutlich höhere Wachstumsraten verzeichnet wurden. Seit 2019 beträgt der kumulierte Preisanstieg rund  7,5 Prozent .

Die Nachfrage bleibt hoch, trifft jedoch auf eine seit Jahren rückläufige Neubautätigkeit. Im Jahr 2024 wurden schweizweit nur noch rund 2900 neue Einfamilienhäuser erstellt. Raumplanerische Vorgaben, Verdichtung sowie der Ersatz von EFH durch Mehrfamilienhäuser begrenzen das Angebot zusätzlich.

Regional zeigen sich stärkere Unterschiede als bei Eigentumswohnungen. Während zentrale Regionen und Agglomerationen weiterhin Preiszuwächse verzeichnen, sind periphere Regionen deutlich stabiler, teilweise sogar leicht rückläufig. Insgesamt ist jedoch keine Trendwende erkennbar: Einfamilienhäuser bleiben knapp und verteuern sich moderat.

Mehrfamilienhäuser: Attraktive Anlage trotz tiefer Renditen

Mehrfamilienhäuser stehen als Renditeobjekte weiterhin hoch im Kurs der Investoren. Sinkende Verzinsungserwartungen und steigende Mieterträge haben die Marktwerte 2025 deutlich steigen lassen. Die direkten Renditen sind zwar weiter gesunken, bleiben im Vergleich zu risikoarmen Alternativen wie Bundesobligationen aber attraktiv.

Der Mietwohnungsmarkt ist geprägt von sehr tiefen Leerständen – rund 1 Prozent – und steigenden Marktmieten, insbesondere in wirtschaftlich starken Regionen. Die Nachfrage nach Mietwohnungen bleibt hoch, während das Neubauangebot den Bedarf nicht decken kann. Dies stützt die Ertragsaussichten für Investoren zusätzlich.

Gefragt sind vor allem Objekte in guten Lagen mit zeitgemässer Qualität. Trotz der insgesamt positiven Marktstimmung ist Zurückhaltung angebracht: Wertsteigerungen, die primär auf sinkenden Verzinsungserwartungen beruhen, haben natürliche Grenzen. Regulatorische Vorgaben, insbesondere die  Basel III-Vorgaben  für Hypothekarkredite, sowie ökologische Anforderungen und mögliche politische Wohnungsmarktmassnahmen werden künftig stärker Einfluss auf Investitionsentscheidungen und Wertentwicklungen haben. Kredite mit hohem Fremdfinanzierungsanteil oder riskante Projektentwicklungen werden strenger geprüft, was die Finanzierungskosten beeinflussen kann. Dennoch bleiben Mehrfamilienhäuser aufgrund der strukturellen Knappheit und der stabilen Nachfrage eine zentrale Anlageklasse.

Stabilität trotz Unsicherheit

Die Schweizer Immobilienmärkte setzen 2026 ihren positiven Trend fort. Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser bleiben gefragt, wenn auch mit zunehmender regionaler Differenzierung. Im gehobenen Segment ist die Decke langsam erreicht. Für Investoren bieten Mehrfamilienhäuser weiterhin attraktive Perspektiven.

Digitale Publikation «FPREview»

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