Ostern

Eier färben: so einfach gehts

Nichts als Klebeband und Gummiringe braucht es für effektvoll gefärbte Eier. Es geht so einfach, dass die Eier anschliessend dennoch nicht zu schade sind zum Essen – denn Nachschub ist schnell gemacht.

von Alexandra von Ascheraden

Journalistin

Wer sagt denn, dass gefärbte Eier immer einfarbig sein müssen? Es braucht wenig, um Muster aufs Ei zu bringen. Alles Nötige findet sich in der Küchenschublade. Wir haben mit verschiedenen Färbebädern und Klebeband herumexperimentiert. Der Färbevorgang selbst funktioniert wie gewohnt: Weisse Eier hartkochen, währenddessen bereits die Eierfärbetabletten wie auf der Packung angegeben mit Wasser und Essig in ausgedienten Marmeladengläsern anrühren.

Dreifarbenvarianten

Der Trick für die Muster ist immer derselbe: Einige Stellen am Ei werden abgeklebt. Das Klebeband muss an den Rändern sorgfältig angedrückt werden, damit keine Falten entstehen, unter die Farbe laufen könnte. Dann kommt das Ei in eine Farbe, die möglichst hell ist, damit sie sich später nochmals stellenweise überfärben lässt. Nach dem Färbedurchgang das Ei herausheben und ganz trocken werden lassen, bevor die nächste Klebebandschicht dazu kommt, die die Farbe aus dem ersten Färbegang im gewünschten Muster vor dem Überfärben im nächsten Schritt schützt.

Die Farbvarianten sollte man mit Bedacht wählen. Am berechenbarsten ist es, weisse Eier erst gelb und dann rot zu färben. Andere Varianten sind möglich. Die endgültige Farbe ist dann aber unberechenbarer und neigt dazu, ein wenig attraktives Schlammbraun oder -grün zu ergeben.

Überfärbt man das Gelb im zweiten Schritt mit Rot, wird das Rot einfach etwas orange-stichiger als üblich. Überfärbt man Gelb dagegen mit Blau, entsteht Olivgrün. Man kann auch als ersten Färbegang Rot verwenden, muss in diesem Fall das Ei aber recht schnell wieder herausnehmen, so dass es nur leicht getönt ist. Stellt man es danach in Blau, entsteht ein dunkles Rotviolett. Möglich sind auch verschiedene Schattierungen derselben Farbe. Dafür das abgeklebte Ei nur kurz in die Farbe tauchen, trocknen lassen, weitere Stellen abkleben und nochmals länger ins Farbbad legen.

Schottenkaro und Quadrate

Für Muster gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Am einfachsten sind kleine Quadrate, Dreiecke oder Kuhflecken. Vor dem zweiten Färbegang werden weitere Formen dazugeklebt. Sie wirken am besten, wenn sie sich mit denen aus dem ersten Färbegang leicht überschneiden. Man kann durch sich überkreuzende Klebebänder auch Karomuster erzeugen. Sobald das Klebeband jedoch breiter ist als ein Zentimeter, lässt es sich auf die gebogene Oberfläche des Eis nur schwer aufkleben. Wirft es Falten, läuft Farbe darunter. Im Zweifelsfall also ein breites Band lieber in schmälere Streifen schneiden. Dann geht es weiter wie gehabt: Ei färben, trocknen lassen, weitere Klebestreifen leicht verschoben über die vorhandenen setzen und nochmals färben.

Hula-Hoop

Für Ungeduldige gibt es noch eine weitere Variante. Dazu einfach ein paar Gummiringe in passender Grösse aus der Schublade kramen und sie stramm wie Hula-Hoop reifen um das Ei legen. Auch hier kann man vor jedem weiteren Färbegang neue Gummis zufügen. Vorsichtig arbeiten, da die Ringe sich leicht verschieben lassen.

Schwingbesen

Wer keine Geduld hat, feine Streifen aufzukleben, kann das Ei einfach hochkant in einen in der Grösse passenden Schwingbesen stellen. Dann nur so viel Eierfarbe in ein geeignetes Glas geben, dass das Ei nicht ganz bedeckt wird und das Ei im Besen dort hineinstellen. Ab und zu die Position des Besens verändern, indem man ihn in eine andere Richtung kippt und so für einige Zeit stehen lassen. So ergeben die verschiedenen sich überschneidenden Färberänder einen hübschen Effekt.

Wie entsteht ein Ei?

Kein Ostern ohne gefärbte Eier, klar! Aber wie entstehen Eier überhaupt? Und wie kommen sie zu ihrer Schale? Wir haben uns schlau gemacht.

Das Huhn legt sein erstes Ei mit vier bis fünf Monaten. Es kann etwa fünf Jahre lang Eier legen. Jahr für Jahr legt es weniger. Hochgezüchtete Hybridhühner bringen es im ersten Jahr auf über 300 Eier.

Ein Ei, ein Tag

Jeweils eine Woche vor dem Ablegen des Eis beginnt eine Eizelle zur Dotterkugel heranzureifen. Im Huhn reifen gewöhnlich mehrere Dotterkugeln gleichzeitig, die sich in verschiedenen Stadien befinden. Es braucht nochmals einen weiteren Tag, bis aus einer fertig entwickelten Dotterkugel auch tatsächlich ein Ei geworden ist. Die fertige Dotterkugel tritt erst einmal ihre Reise durch den Eileiter des Huhns an. Dabei wird es von einer Schicht Eiklar umhüllt. Erst dann wird die innere und äussere Schalenhaut darumherum gebildet. Anschliessend wandert das Ei in den Eihälter. Dort kommt die Schale dazu. Allein die Schalenbildung dauert fast 20 Stunden. Daher kann auch das beste Legehuhn nicht täglich ein Ei legen.

Braun oder weiss?

Und wie ist das mit der Farbe der Schale? Manche behaupten, die hänge von der Farbe des Huhns ab – ein braunes Huhn lege braune Eier, ein weisses Huhn weisse. So einfach ist es jedoch nicht. Sonst müssten sich schwarze Hühner dringend etwas einfallen lassen.

Man muss dem Huhn schlicht nicht aufs Gefieder schauen, sondern auf die Ohrscheiben, wenn man wissen will, welche Eier es legt. Diese Scheiben bestehen aus ähnlich fleischigem Material wie der Kamm des Huhns und befinden sich tatsächlich da, wo man die Ohren vermuten würde. Nur sind sie eben, wie der Name schon sagt, scheiben- oder lappenförmig. Sind sie hell, wird ihre Trägerin auch weisse Eier ins Nest legen. Sind sie rot oder bräunlich, legt sie braune Eier. Reinrassige Hühner vorausgesetzt. Bei Kreuzungen ist alles möglich. Auracana-Hühner bilden die berühmte Ausnahme von der Regel. Sie legen grundsätzlich Eier, deren Schalen hellgrün gefärbt sind.