«Zukunftspflanzen» – ein Begriff, der seit einigen Jahren in aller Munde ist und auch seine Berechtigung hat. Unsere Sommer werden immer heisser und die Trockenheitsphasen immer länger, abwechselnd mit langen Feuchtperioden. Diese neuen klimatischen Gegebenheiten bringen einige unserer einheimischen Pflanzen in Bedrängnis, so dass diese dem klimatischen Stress nicht länger gewachsen sind. Anzeichen dafür sind seit längerer Zeit auch in unseren Wäldern sichtbar, wo z. B. die Rottannen immer mehr unter Wassermangel leiden. Oft werden die absterbenden Exemplare auch vom Borkenkäfer befallen. In solchen Fällen hat der Baum in unseren Tiefenlagen klimabedingt keine Chance mehr und wird in höhere und kühlere Lagen ausweichen. Bei der Bepflanzung wird heutzutage darauf geachtet, dass Pflanzen verwendet werden, die ursprünglich aus wärmeren Regionen stammen und bereits an entsprechende klimatische Bedingungen gewöhnt sind. So ist der Begriff «Zukunftspflanzen» oder «Zukunftsbäume» entstanden. Gerade Strassenbäume sind extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt, da sich diese Standorte stark aufheizen und sowohl der Boden als auch die umliegenden Gebäude zusätzliche Wärme abstrahlen. Solche Standorte erfordern besonders robuste Pflanzenarten, die diese Hitze langfristig vertragen.
Herausforderung: Pflanzen in Gefässen
Auch auf Terrassen und Balkonen herrschen oft Bedingungen: An diesen exponierten Standorten erleiden die Pflanzen Schäden, die sich meist erst spät zeigen, wie zum Beispiel in Form von Blattverbrennungen oder geschädigten Triebspitzen. Besonders schädigend ist das unregelmässige Giessen. Dies passiert vor allem bei kleinen Pflanzengefässen. Aus diesem Grund ist die Wahl des richtigen Pflanzbehälters ausschlaggebend: Er sollte insbesondere genügend Volumen bieten, um den natürlichen Bedürfnissen der Pflanze gerecht zu werden. Auch sollte bezüglich des Bodenklimas genügend Feuchtigkeit bis in die tieferen Schichten des Bodens respektive des Gefässes gespeichert werden können. Auf diese Weise ist die Pflanze mit genügend Feuchtigkeit versorgt – auch wenn die Oberfläche austrocknet. Ebenfalls hilfreich gegen die Austrocknung sind Bewässerungsanlagen. Sie ermöglichen eine konstant leichte Bodenfeuchtigkeit, die den Pflanzen auf diese Weise das Leben deutlich erleichtert.Fazit: Pflanzen, die regelmässig und gleichmässig gegossen werden, leben in Gefässen wesentlich länger – auch wenn ihre Lebensdauer durch die einschränkenden Bedingungen ohnehin limitiert ist.
Welche Pflanzen sind ideal?
Die Pflanzenwahl fällt unter den gegebenen Umständen oft auf mediterrane Gewächse. Vor Jahren wurden diese Pflanzen für unsere Breitengrade noch nicht empfohlen. Diese Sichtweise hat sich aber inzwischen geändert: Grosse Rosmarinsträucher, Korkeichen oder gar Eukalyptus sind jetzt in den Gärten wie selbstverständlich anzutreffen. Viele dieser südländischen Pflanzen sind in unseren Breitengraden sogar ökologisch zuträglich, da beispielsweise Bienen und andere Insekten von ihnen profitieren. Dabei ist zu beachten, dass nicht jede neu eingeführte Pflanzenart invasiv ist. Als invasiv gelten Pflanzenarten, die sich in einem nicht heimischen Gebiet stark ausbreiten und dabei die einheimische Flora und Fauna sowie das Ökosystem beeinträchtigen. Das Wissen über solche Arten ist heute weit fortgeschritten, so dass potenziell problematische Pflanzen früh
erkannt werden können und ihre Ausbreitung gezielt verhindert werden kann.






