Was einst rein funktional war, wird nun zum stilprägenden Element: textile Konzepte, die Komfort, Design und Nachhaltigkeit miteinander verbinden und den Aussenraum als vollwertige Erweiterung des Wohnbereichs begreifen.
Dabei steht ein Trend besonders im Fokus: Materialien mit Verantwortung. Recycelte Kunststoffe, beschichtete Garne und innovative Naturfasern prägen die neue Generation von Outdoor-Textilien. Sie sind wetterfest, langlebig und pflegeleicht – und fühlen sich gleichzeitig überraschend weich und wohnlich an. Der Outdoor-Bereich verliert damit endgültig seinen rein pragmatischen Charakter und gewinnt an Tiefe und Atmosphäre.
Teppiche als Raumgestalter
Auch formal zeigt sich eine neue Freiheit. Teppiche sind längst mehr als nur Bodenbeläge – sie strukturieren Räume, definieren Zonen und setzen gestalterische Statements. Beim italienischen Hersteller Fast etwa zeigt sich mit dem Modell «Oceano» (8), wie vielseitig modernes Outdoor-Design sein kann. Der rechteckige Teppich aus Polypropylen ist nicht nur waschbar und schimmelresistent, sondern bringt mit seinen feinen Streifen und burgunderroten Akzenten eine subtile Eleganz ins Freie.
Struktur und Haptik spielen ohnehin eine zentrale Rolle. Die Kollektion «Mareno» (6) des belgischen Herstellers Manutti setzt auf sichtbare Webtechniken, feine Farbnuancen und handwerklichen Charakter. Die Teppiche wirken fast wie textile Landschaften: zurückhaltend in der Farbigkeit, aber reich an Details. Neutrale Töne wie Sand, Salbei oder Terrakotta greifen die Farbwelt der Natur auf und lassen sich vielseitig kombinieren. Gleichzeitig sorgen sie für eine klare visuelle Ordnung und schaffen Behaglichkeit im Aussenraum. Noch flexibler wird es mit modularen Konzepten wie der handgewebten Kollektion «Solae». Unterschiedlichste Formen lassen sich wie ein Puzzle kombinieren und passen sich so jeder Umgebung an. Grosse Formate definieren grosszügige Lounge-Bereiche, während kleinere Teppiche intime Zonen schaffen. Diese neue Modularität ist Ausdruck eines Trends, der den Aussenraum zunehmend individuell interpretiert: weg von starren Arrangements, hin zu flexiblen Wohnlandschaften.
Kleine Kissen, grosse Wirkung
Parallel dazu gewinnt die textile Ausstattung insgesamt an Bedeutung. Kissen, Bezüge und Polsterstoffe werden zu zentralen Gestaltungselementen. Sie bringen Farbe, Komfort und Persönlichkeit ins Spiel – und überzeugen zugleich durch ihre Funktionalität. Wasserabweisende, UV-beständige und atmungsaktive Stoffe sorgen dafür, dass der Wohnkomfort auch unter freiem Himmel dauerhaft erhalten bleibt. Marken wie Ikea (4) setzen dabei verstärkt auf poppige Dessins, recycelte Materialien und unkomplizierte Pflege, während Kollektionen wie «Club Sol» (3) des deutschen Herstellers Bemz mit Streifen, warmen Terrakottatönen und einem Hauch Retro-Glamour neue stilistische Akzente setzen. Bei Pfister sind die Zierkissen «Palmtree» von HD Collection (2) erhältlich, die Orientstimmung in die Outdoor-Lounge bringen.
Inspiration liefert auch die Natur selbst. Die Outdoor-Welten von Micasa greifen die Farben und Stimmungen der Schweizer Landschaft auf – von blühenden Wiesen bis zu tiefblauen Seen (1). Florale Muster, weiche Formen und intensive Farbakzente schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig lebendig und beruhigend wirkt. Der Aussenbereich wird so zum Rückzugsort, der die Grenzen zwischen innen und aussen verschwimmen lässt.
Handwerk trifft Outdoor-Design
Neben Design und Funktion rückt auch das Handwerk wieder stärker in den Fokus. Die Kollektion «Ribbons» (7) des deutschen Herstellers Dedon umfasst fünf rechteckige Formate und ist in sechs naturinspirierten Farbtönen erhältlich. Die Teppiche entstehen aus breiten, geflochtenen Bändern. Auch die Kollektion «Saná» (5) des deutschen Labels Ames zeigt, wie traditionelle Webtechniken und moderne Gestaltung zusammenfinden. Geflochtene Strukturen, natürliche Materialien wie Fique-Fasern und kolumbianische Schafwolle sowie kunsthandwerkliche Fertigung verleihen den Teppichen eine besondere Tiefe – visuell wie haptisch. Die Entwürfe des Designers Sebastian Herkner werden direkt von Kunsthandwerkern in den kolumbianischen Anden gefertigt.
Am Ende ist es dieses Zusammenspiel aus Material, Farbe und Struktur, das den Unterschied macht. Outdoor-Textilien und –Teppiche werden in dieser Saison bewusst inszeniert. Sie zonieren Flächen, laden zum Barfussgehen ein, dämpfen Geräusche und schaffen eine Atmosphäre, die so selbstverständlich wirkt wie im Innenraum.












