Ratgeber Tiere

Leptospirose – die Gefahr aus der Pfütze

Ein Bad im Tümpel, ein Schluck aus der Pfütze – für Hunde kann das tödlich enden, denn gerade im Sommer hat Leptospirose Hochsaison.

von Esther Geisser

Präsidentin Network for Animal Protection (NetAP)

Die Leptospirose ist eine gefährliche, durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit. Sie befällt vor allem Leber und Nieren und ist eine sogenannte Zoonose – sie ist vom Hund auf den Menschen übertragbar. Verursacher der Krankheit sind schraubenförmige Bakterien, die Leptospiren. Die Erreger kommen weltweit vor und fühlen sich besonders in feuchter, warmer Umgebung wohl. Hauptüberträger sind kleine Nagetiere wie Mäuse und Ratten. Diese erkranken in der Regel nicht selbst, scheiden aber die Bakterien über ihren Urin aus und kontaminieren so die Umwelt.

Die Übertragung findet meist indirekt statt: Stehende Gewässer wie Pfützen, Teiche, Seen, Gräben oder langsam fliessende Flüsse, in denen Hunde gerne baden oder daraus trinken, bergen das Risiko einer Ansteckung. Auch feuchte Wiesen, auf denen sich Ratten oder Mäuse aufgehalten haben, können zur Gefahr werden. Die Bakterien dringen über kleine Verletzungen der Haut oder über die Schleimhäute in den Hundekörper ein.

Krankheitsverlauf

Die Inkubationszeit – die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch – beträgt vier bis vierzehn Tage. Die Symptome sind dabei oft unspezifisch und können leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Typisch sind hohes Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall (oft blutig), starker Durst und vermehrtes Urinieren (wenn die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden), Gelbfärbung der Schleimhäute / Augen (Gelbsucht, Hinweis auf Leberschäden), Atemnot oder Husten (wenn die Lunge befallen ist).

Unbehandelt oder bei einer zu späten Diagnose kann die Krankheit innerhalb weniger Tage zu akutem Nieren- oder Leberversagen führen und tödlich enden.

Eine Impfung schützt die Hunde

Die gute Nachricht: Hunde können durch eine Impfung geschützt werden. Der moderne Impfstoff mit sechs Stämmen bietet den derzeit umfassendsten Schutz, da er die in Europa am häufigsten vorkommenden Bakterienstämme abdeckt. Für die Grundimmunisierung benötigt der Hund zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen. Anschliessend muss die Impfung jährlich wiederholt werden, da der Schutz leider schnell nachlässt. Die Impfung verhindert zwar nicht die Infektion selbst, sorgt aber für einen deutlich milderen Krankheitsverlauf und minimiert zudem die lebensgefährliche Erregerausscheidung über den Urin.

Zur weiteren Prävention sollten Hunde in der wärmeren Jahreszeit nicht aus Pfützen trinken, nicht in stehenden Gewässern baden und das Mausen den Katzen überlassen, denn diese haben eine hohe natürliche Toleranz gegenüber diesen Bakterien.