Sanieren

Terrasse renovieren – Lebensqualität hinzugewinnen

Wer seine alten und verwitterten Betonplatten auf der Terrasse auswechseln lässt, kann die Sanierung als Chance für eine komplette Neugestaltung des Aussenraumes nutzen. 

von Tobias Franzke

Silvedes AG, Brütten

Manchmal braucht es einen äusseren Anlass, um etwas anzugehen, das man ohnehin längst verändern wollte – wie beispielsweise den Belagswechsel auf der Terrasse. Die Abschaffung des Eigenmietwerts kann ein solcher Anlass sein.

Am 28. September 2025 hat das Schweizer Stimmvolk die Reform der Wohneigentumsbesteuerung angenommen. Der Eigenmietwert wird abgeschafft. Im Gegenzug entfallen die bisherigen Abzugsmöglichkeiten für Liegenschaftsunterhalt und Sanierungskosten bei selbstgenutzten Liegenschaften auf Bundesebene. Bis Ende 2028 gilt das bisherige Recht. Werterhaltende Massnahmen – Reparaturen, Sanierungen und Ersatz – sind bis dahin weiterhin steuerlich abzugsfähig. 

Wenn alte Terrassenplatten in die Jahre gekommen sind oder die Isolation sanierungsbedürftig ist, kann der Ersatz bis Ende 2028 unter bestimmten Voraussetzungen noch steuerlich geltend gemacht werden. Was nach notwendiger Sanierung klingt, ist in Wirklichkeit eine Einladung: Wird der Boden erneuert, kann die Terrasse als Ganzes neu gedacht und zu einem vielseitig nutzbaren Aussenwohnraum werden.

In die Jahre gekommene Betonplatten

Verwitterte Betonplatten auf der Terrasse sind kein schöner Anblick. Ihr strukturelles Problem ist bekannt: Das offenporige Material nimmt organische Ablagerungen auf. Algen und Flechten setzen sich fest. Der Hochdruckreiniger, vielfach als Lösung eingesetzt, verschärft das Problem langfristig: Er öffnet die Oberfläche weiter, wodurch sich Schmutz noch schneller festsetzt. Das Intervall bis zur nächsten Reinigung verkürzt sich. Der Belag wird immer rauer und zeigt Auflösungserscheinungen. Doch die Werkstofftechnologie hat sich weiterentwickelt, und mittlerweile gibt es bessere Lösungen.

Grossformatiges Feinsteinzeug

Feinsteinzeug hat sich als das überzeugendste Material für Terrassenbeläge etabliert. Nicht als Trend – sondern als Konsequenz seiner überragenden Eigenschaften. Es besteht aus natürlichen Mineralien wie Kaolin und Feldspat. Gepresst unter hohem Druck und gebrannt bei über 1200 Grad entsteht eine so dichte Oberfläche, dass kaum Wasser eindringen kann. Bei hoher Qualität liegt die Wasseraufnahme von Feinsteinzeug unter 0,1 Prozent, nahe jener von Glas. Frost und UV-Strahlung haben keine Chance – das Material trotzt dauerhaft der Witterung. Und Schmutz bleibt dort, wo er hingehört: an der Oberfläche. Dort lässt er sich ähnlich einfach wie bei Küchen- oder Badezimmerplättli entfernen. Gestalterisch bieten grossformatige Beläge im Gegensatz zu kleinteiligen neue Möglichkeiten. Auch kleinere Terrassen gewinnen dadurch enorm an optischer Grosszügigkeit und wirken deutlich weitläufiger.

Bodenplatten verlegen

Das Material allein macht jedoch keinen guten Belag. Entscheidend ist die fachgerechte Verlegung. Als Unterbau empfehlen sich höhenverstellbare Stelzlager. Im freien Zwischenraum zwischen Nutzschicht und Abdichtung findet Unkraut keinen Halt. Versorgungsleitungen lassen sich unsichtbar und wartungsfreundlich führen. Die Abdichtung bleibt jederzeit zugänglich.

Der Schweizerische Plattenverband empfiehlt ein Gefälle beim Deckbelag. Diese Empfehlung ist, wenn immer möglich, einzuhalten. Da Feinsteinzeug keine Flüssigkeit aufnimmt, kann stehendes Wasser im Winter zu erhöhter Eisbildung und erheblicher Rutschgefahr führen. Auch im Sommer trocknen Flächen mit Gefälle deutlich schneller. Es lohnt sich also, darauf zu beharren.

Das richtige Fugenbild ist eine starke gestalterische Bereicherung. Quadratische Formen mit Kreuzfugen wirken wortwörtlich kleinkariert. Grosszügige rechteckige Formate sollten im Halb- oder Drittelverband verlegt werden, was den Aussenbereich eleganter und fühlbar grösser wirken lässt.

Chance zur Neugestaltung

Der Austausch des Bodenbelages bietet Anlass, das Terrassendesign als Ganzes neu zu denken und die Fläche wieder als Wohnraum zu gewinnen. Ein schöner Boden bildet die Grundlage, aber eigentlich entsteht mehr: Ein Aussenraum, der die Nutzfläche ganzjährig erweitert.

Mit einem sorgfältig abgestimmten Übergang von innen nach aussen löst sich die Grenze zwischen beiden Welten auf. Durchdacht angeordnete Elemente auf der Terrasse leiten das Auge optisch in die Weite. Stilvolle Gefässe und Pflanzenpersönlichkeiten werden zu jeder Jahreszeit Teil des Wohnens. Die Freiluftsaison ist wieder ein Genuss. Breitkronige Terrassenbäume schaffen Geborgenheit in luftiger Höhe und kühlen die Umgebung. Unter den natürlichen Schattenspendern entstehen gemütliche Erholungsorte direkt vor der heimischen Stube. Baumkronen im Überkopfbereich lassen den Ausblick frei. Sie verleihen der Aussicht einen Rahmen und bringen sie noch besser zur Geltung. Die notwendige Belagserneuerung wird so zu einem echten Zugewinn.

Rechtzeitig planen

Es ist vorhersehbar, was passieren wird, wenn 2028 näher rückt. Wer den Steuerabzug noch nutzen möchte, wird mit diesem Vorhaben nicht allein sein. Planungskapazitäten werden knapp, Handwerksbetriebe stossen an ihre Grenzen, und die Lieferzeiten für Plattenware sind ohnehin häufig eine Herausforderung.

Wer jetzt plant, kann das Vorhaben schon bald entspannt angehen und hat Zeit für ein durchdachtes Konzept. Mit der Möglichkeit, die Entscheidungen für Material und Design in aller Ruhe zu treffen. Und mit dem guten Gefühl, eine Investition zu tätigen, die über viele Jahre einen Zugewinn an Wohnfläche und Lebensqualität möglich macht.

Wer den fleckigen Terrassenboden als Ausgangspunkt für eine Veränderung begreift, gewinnt mehr: Einen Aussenraum, der seiner Funktion als erweiterter Wohnbereich wirklich gerecht wird. Einen Boden, der Jahrzehnte hält. Malerische Schattenbäume, die kühle Entspannungsorte bieten. Eine Bewässerung, die unsichtbar im Hintergrund den Unterhalt erleichtert. Dezente Warmlichtquellen, die Pflanzencharaktere ins rechte Licht rücken und eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen. Und eine Gestaltung, die das Drinnen und das Draussen als Einheit begreift. Dies alles macht den Unterschied zwischen einer Fläche, die man hat, und einem Ort, an dem man gerne verweilt.

Vorher-Nachher-Fotos

Terrassengestaltung

Weitere Infos zum Thema Terrassengestaltung sowie Hilfe von Fachleuten finden Sie unter:
silvedes.ch

Silvedes_AG_-_Projekt_1_-_Terrasse_mit_grosszu__ggien_Bodenbelag_nach_Renovation.png
Silvedes_AG_-_Projekt_1_-_Terrasse_mit_kleinteiligem_Bodenbelag_vor_Renovation.jpg
Silvedes_AG_-_Projekt_2_-_Terrasse_mit_grosszu__gigem_Bodenbelag_nach_Renovatio.PNG
Silvedes_AG_-_Projekt_2_-_Terrasse_mit_kleinteiligem_Bodenbelag_vor_Renovation.PNG