Smarte Gebäudetechnik ist längst auch im Garten angekommen. Der klassische Mähroboter, der jeden Tag zur gleichen Zeit stur sein abgestecktes Gärtli entlang eines Leitdrahtes abgrast, wurde von intelligenteren Modellen abgelöst. Diese können dank Echtzeit-Kinematik (siehe Infobox) den Garten zentimetergenau kartieren und systematisch statt zufällig mähen. Wie moderne Staubsaugerroboter im Haus erkennen die neuesten Geräte Hindernisse wie herumliegendes Spielzeug oder Gartenschläuche und umfahren sie elegant. Auch schlafende Hunde werden dank Tiererkennung nicht mehr angestupst und geweckt. Wetterdaten können integriert, Mähzonen definiert und Schnitthöhen millimetergenau angegeben werden. Bequem vom Schreibtisch oder Sofa aus.
Trotz vielfältiger Einstellmöglichkeiten sind die Ergebnisse aber nur so gut wie die individuell festgelegten Faktoren. Die Technik hilft, den Arbeitsaufwand zu minimieren; das geschulte Gärtnerauge bleibt aber für die Definition der Parameter unverzichtbar.
Bewässerung im Garten
Die meisten Attikabewohner und Terrassenbesitzer schätzen sich glücklich, dass das Rasenmähen wegfällt. Für sie ist die Bewässerung das wichtigste Thema, da Gefässpflanzen vollständig auf eine zusätzliche Wasserversorgung angewiesen sind.
Ein Gartenboden hingegen bietet Stauden und Gehölzen einen grosszügigen Puffer. Das Grün kann sich den nötigen Wurzelraum selbstständig erschliessen. Muss eine Pflanze auch mal nach dem Wasser «suchen», erhöht der Wurzelzuwachs die Standfestigkeit und das Gewächs wird robuster. In Gärten mit umfangreichen Bewässerungsanlagen wird häufig zu grosszügig bewässert. Schwere Böden und eine schlechte Sauerstoffversorgung der Wurzeln sind die Folge. Regenmesser und die Einbeziehung der Wetterdaten sind bei modernen Anlagen Standard. Zusätzliche Sensoren können aber helfen, tatsächlichen Wassermangel zuverlässig zu erkennen. Sie erlauben es, die Bewässerung präziser zu steuern und nur in ausgeprägten Trockenphasen einzusetzen. Voraussetzung ist die Steuerungsmöglichkeit von aussen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Gerade in grösseren Gärten stossen aber Funksysteme an ihre Grenzen – die Lösung für weite Distanzen liegt in der LoRaWAN-Technologie (siehe Infobox). Ein solcher Hub kann die Messdaten der Sensoren über mehrere Kilometer hinweg sammeln und online verfügbar machen. Alarmnachrichten können ausgelöst oder die automatische Bewässerung beim Erreichen von Schwellenwerten aktiviert werden. Mit LoRaWAN kann selbst das öffentliche Grün überwacht und bedarfsgerechter mit Wasser versorgt werden. Pflegeaufwand und Wasserverbrauch lassen sich so deutlich reduzieren. Manche Sensoren erfassen neben Feuchtigkeit und Temperatur auch pH-Wert und Nährstoffversorgung. Diese Daten können erfahrene Gärtner interpretieren und Pflegemassnahmen entsprechend anpassen.
Terrassenbewässerung
Bei der Bewässerung von Pflanzgefässen auf der Terrasse gelten andere Regeln als im Garten. Aufgrund des begrenzten Wurzelraumes ist eine adäquate Wasserversorgung gerade in Hitzephasen für die Pflanzen überlebenswichtig. Herkömmliche Bewässerungssteuerungen führen die Giessintervalle stets im gleichen programmierten Rhythmus aus. Funktionen wie eine Regenpause helfen zwar in nasskalten Phasen, müssen aber stets am Gerät selbst ausgelöst werden – ebenso wie zusätzliche Wassergaben in Hitzephasen. WLAN-fähige Anlagen erleichtern die Bedienung, indem sie jederzeit und von überall her gesteuert werden können. Für die meisten Terrassen reicht eine einfache Variante, wie beispielsweise das Gardena Smart System, völlig aus. Neben dem Online-Zugang erlaubt ein solches System die Einbindung von Wetterdaten und ermöglicht eine einfachere Kontrolle durch die Aufzeichnung von Temperatur- und Feuchtigkeitsverlauf mit Sensoren. Wer also an einem heissen Sommertag am See Abkühlung sucht, kann ganz einfach kurz an die Terrassenpflanzen denken und ihnen mit ein paar Klicks ebenfalls zusätzliches kühles Nass gönnen. Neben allen Automatismen, die das Leben erleichtern, ist es am Ende doch der Mensch, der die Hitze fühlt und den grünen Protagonisten die bestmöglichen Wachstumsbedingungen schaffen kann. Am liebsten so bequem wie möglich.
Bewässerungskonzept als Grundlage
Damit die Pflanzenbewässerung auf der Terrasse gut klappt, ist ein fundiertes Bewässerungskonzept der unverzichtbare Grundstein. Jede Pflanzengattung hat eigene Bedürfnisse. Verschiedene Standorte, Gefässgrössen und unterschiedliche Laubmassen kommen hinzu. Auf Terrassen wird jedoch meist nur mit einem oder zwei Bewässerungskreisen gearbeitet. Das heisst, dass alle Pflanzen an derselben Zuleitung gleich lang Wasser erhalten, wenn die Steuerung das «Go» gibt. In einem ausgereiften Bewässerungskonzept werden von Anfang an trotz gleich langer Laufzeit abweichende Wassermengen pro Gefäss festgelegt. So kann sichergestellt werden, dass der grosse Terrassenbaum genauso bedarfsgerecht versorgt wird wie das kleine Kräutergefäss – obwohl für beide das Wasser genau gleich lang läuft. Für die ausgereifte Bewässerungsplanung ist langjährige Erfahrung und gärtnerisches Fachwissen nötig. Ganz besonders am Extremstandort Terrasse. So lässt sich für die Besitzer mit wenigen Eingriffen von nah und fern ganzjährig sicherstellen, dass die Terrassenpflanzen bestens mit dem Lebenselixier versorgt sind.
Smarte Beleuchtung
Die Beleuchtung einzelner Pflanzensolitärs auf der Terrasse erweitert den Wohnraum auf einzigartige Weise und schafft das ganze Jahr hindurch eine stimmungsvolle Atmosphäre. Wird die Steuerung automatisiert, kann damit auch die passive Sicherheit des Gebäudes erhöht werden. Einerseits werden beleuchtete Liegenschaften stets weniger zum Einbruchsziel als im Dunkeln liegende Gebäude. Andererseits lässt sich mit einem smarten System durch unregelmässige Beleuchtungszyklen ein bewohnter Eindruck erwecken. Dies erhöht die Gebäudesicherheit zusätzlich und ermöglicht auch längere sorgenfreie Abwesenheiten.
Bei aller Technik bleibt der Mensch, der sie fachgerecht programmiert und einrichtet, unersetzlich. Die immer intelligenter werdenden Geräte nehmen mehr und mehr Aufwand ab, sind jedoch auch nicht unfehlbar. Sie brauchen die menschliche Kontrolle und das gelegentliche Eingreifen. So ermöglicht das Zusammenspiel von Mensch und Technik eine komfortable Arbeitsteilung und verhilft zu mehr Freizeit und Genussmomenten.
Echtzeit-Kinematik: Ein Navigationsverfahren auf der Datengrundlage von mindestens vier Satelliten und der genau bekannten Position einer Basis-Station, die es erlaubt, ungenaue Satellitendaten zu korrigieren. Der bewegliche Teil des Systems (in diesem Fall der Mähroboter) kombiniert die eigenen GPS-Daten mit den Korrekturen der Basis und kann so zentimetergenau im Garten navigieren.
LoRaWAN: Im Gegensatz zum schnellen WLAN mit kurzer Reichweite und hoher Bandbreite transportiert LoRaWAN kleine Datenmengen über grosse Distanzen. So können beispielsweise die Daten eines Feuchtigkeitssensors über mehrere Kilometer weit gesendet werden. Kleine Datenpakete in einem längeren Rhythmus – beispielsweise jede Stunde – führen dazu, dass die Batterien des Senders oft über viele Jahre nicht ausgetauscht werden müssen und die Anlage dadurch ausserordentlich wartungsarm bleibt.
Terassengestaltung
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