In der kalten Jahreszeit leiden viele Tierarten unter der knappen Nahrung. Aus diesem Grund haben viele auch unterschiedliche Strategien entwickelt, um den Winter zu überdauern. Die einen verlassen die heimische Gegend und ziehen in den Süden. Wie zum Beispiel die Zugvögel, Schmetterlingsarten wie der Admiral, der Distelfalter, das Taubenschwänzchen oder der Totenkopfschwärmer. Andere Tierarten suchen hingegen lieber ein Versteck auf und fallen in eine Winterstarre, wie es die Amphibien, Reptilien, Marienkäfer, der Zitronenfalter oder Tagpfauenaugen tun. In einen kompletten Winterschlaf fallen die Fledermäuse, Igel oder die Haselmäuse. Meisen hingegen verfolgen eine essenstechnische Strategie, streichen Insekten gänzlich vom Speiseplan und essen über den Winter Beeren und Körner. Insekten wiederum überdauern die kalte Jahreszeit als Eier, Larven oder Puppen.
Wie kann ein Gartenbesitzer helfen?
Mit dem privaten Garten kann der Gartenbesitzer auch etwas zur Überwinterung der Tiere beitragen:
1 Nahrung für die kalten Tage: Im Herbst ist die Zeit der Ernte. Nicht nur der Gemüsegarten bietet Köstliches. Aus den Beeren mancher einheimischer Sträucher lassen sich feine Konfitüren oder Sirupe herstellen. Doch kann bei der Ernte ein Teil der Früchte für die Vögel hängen gelassen werden. Wichtig ist es auch, einheimische Sträucher wie zum Beispiel den Schwarzen Holunder, das Pfaffenhütchen oder den Gemeinen Schneeball zu pflanzen, denn die Beeren dieser Büsche sind für Vögel ebenfalls sehr wichtig. Dazu hat BirdLife Schweiz eine Broschüre zum Thema mit den wichtigsten Sträuchern zusammengestellt. Ausserdem sollten die vertrockneten Stauden über den Winter möglichst lange stehen gelassen werden. Denn auch von deren Samen ernähren sich die Vögel im Winter.
2 Winterquartiere müssen frostsicher sein: Die Tiere, die den Winter bei uns in der Winterstarre oder im Winterschlaf verbringen, benötigen wettergeschützte, störungsfreie Quartiere. Solche bieten zum Beispiel Stein-, Ast- oder Laubhaufen. Besonders viele Unterschlüpfe gewährt ein kombinierter Ast- und Laubhaufen, der so aufgebaut ist, dass im unteren Bereich erreichbare Hohlräume entstehen. Anleitungen für das Anlegen solcher Kleinstrukturen finden Sie auf birdlife.ch/garten.
Auch in und an den stehengelassenen Stauden überdauern Insekten den Winter – meist als Eier oder Puppen. Gras, das im Herbst nicht geschnitten wird, verwelkt, bedeckt den Boden und bildet eine Isolationsschicht für Insekteneier und Larven. Es sollte also nicht die ganze Wiesenfläche vor dem Winter geschnitten werden. Auch der Komposthaufen ist ein wichtiger Überwinterungsort für zahlreiche Kleintiere und vielleicht auch für Spitzmäuse oder Erdkröten. Er sollte nie im Winter umgesetzt werden.
Sowieso
Mit Nichtstun, oder zumindest weniger Aufräumen, wird ein grosser Beitrag zur Steigerung der Biodiversität im Garten geleistet. Auch wenn der Garten im Winter scheinbar tot ist: Im Boden, unter der Laubschicht, im abgestorbenen Gras oder im Kompost schlummert eine Vielzahl von Lebewesen, die den Garten im nächsten Frühling wieder beleben. Wenn Sie vor dem Winter doch noch etwas tun möchten, dann ist jetzt, bevor der Boden gefroren ist, ein guter Zeitpunkt, um einheimische Sträucher und Bäume zu pflanzen. Mit den Blüten und Beeren, die diese Pflanze in den nächsten Jahren hervorbringen werden, bereichern sie den Speiseplan der Gartentiere und schaffen Lebensraum. Auch mehrjährige Stauden, die erst im zweiten Jahr blühen, können jetzt gesetzt werden. Konkrete Anleitungen für einen naturnahen Garten finden Sie auf birdlife.ch.
BirdLife Schweiz engagiert sich lokal bis weltweit gemeinsam für die Biodiversität und setzt sich mit viel Herzblut und Fachwissen für die Natur ein. Die gute Nachricht ist, alle können mithelfen: Privatpersonen, Vereine, Gemeinden, kantonale Stellen, Gartenbaubetriebe und viele mehr. Die Organisation zählt
71 000 Mitglieder, 430 lokale BirdLife-Naturschutzvereine und 19 kantonale, die auf allen Ebenen für die Natur zusammen anpacken. Zum Beispiel fördert Birdlife Arten wie Steinkauz oder Eisvogel und ihre Lebensräume oder bietet in den BirdLife-Naturzentren Kurse und Publikationen an. Birdlife macht die Natur hautnah erlebbar und begeistert für ihre Förderung – Birdlife gibt der bedrohten Natur eine Stimme.
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