Seit April 2022 können Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer dank Förderbeiträgen des Bundes von der kostenlosen Impulsberatung «erneuerbar heizen» profitieren. Diese bietet Unterstützung bei der Frage, wie Eigentümerschaften ihre Öl-, Gas- oder Elektroheizung durch ein umweltschonendes System ersetzen können (siehe Box). Im Dezember 2025 wurde nun ein Meilenstein erreicht: 50 000 Impulsberatungen. Aus zahlreichen dieser Beratungen ging ein konkretes Projekt zum Heizungsersatz hervor. Die Impulsberaterinnen und Impulsberater haben dabei Gebäude angetroffen, die so unterschiedlich waren wie deren Bewohnende – und ebenso individuell waren auch die empfohlenen Lösungen.
Vom Gas zur Wärmepumpe
Die Wohnbaugenossenschaft «La Paix» in Nyon wurde 1946 gegründet. Vor einigen Jahren entschied sie sich, die Dächer ihrer neun Liegenschaften mit Photovoltaik auszurüsten. «Eine gründliche Analyse der Ausgangslage ergab, dass sich auch eine energetische Sanierung sowie der Umstieg von einer zentralen Gasheizung auf ein erneuerbares Heizsystem lohnen würden», erzählt Genossenschaftspräsident Michel Piguet.
Die Umsetzung erfolgte in Etappen, wobei eines der Wohnhäuser als Pilotprojekt diente. Weil das Resultat punkto Energieeffizienz und Wohnkomfort überzeugte, gab die Genossenschaft grünes Licht für die Sanierung der weiteren Liegenschaften. Dabei erhielten die kleineren Mehrfamilienhäuser mit sechs Wohnungen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, während für die grösseren Gebäude mit 16 Wohneinheiten eine Erdsonde gebohrt wurde, um die Wärmepumpe zu versorgen. «Mit diesen Massnahmen konnten wir den Heizbedarf um 20 Prozent und den CO₂-Ausstoss der Siedlung um 90 Prozent reduzieren», bilanziert die Geschäftsführerin Sandrine Du Pasquier zufrieden.
Auftritt an Eigentümerversammlung
Ein Beispiel für einen erfolgreichen Heizungsersatz im Stockwerkeigentum ist die Siedlung Sonnengarten in Bülach. Die beiden Eigentümer Adelino Zuccolo und Rolf Hugentobler hatten von den anderen Bewohnenden den Auftrag erhalten, einen passenden Ersatz für die überdimensionierte alte Ölheizung zu finden. Dazu liessen sie eine Impulsberatung «erneuerbar heizen» durchführen, bei der sich eine Erdsonden-Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage als beste Alternative herauskristallisierte. Der Experte nahm kurz darauf auch an einer Stockwerkeigentümerversammlung teil, um die Lösung vorzustellen und Fragen zu beantworten. «Das trug entscheidend dazu bei, dass die Miteigentümerschaften das Projekt positiv aufnahmen und wir uns auf die vorgeschlagene Lösung einigen konnten», erzählen Hugentobler und Zuccolo.
Stockwerkeigentum: Tipps der Impulsberaterin
Bei Immobilien mit Stockwerkeigentum kann der Umstieg von einem fossilen auf ein erneuerbares Heizsystem manchmal herausfordernd sein, weil nicht alle Eigentümerschaften die gleichen Vorstellungen haben. Die erfahrene Impulsberaterin Petra Tanner kennt diese Ausgangslage: «Oft muss man zuerst alle auf den gleichen Informationsstand bringen», erklärt sie. «Wichtig ist, dass man sachlich die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme aufzeigt und so gewisse Vorurteile abbaut.» Gemäss der Impulsberaterin ist der Vergleich der Kosten über den ganzen Lebenszyklus meist das beste Argument für den Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem.
Luft-Wasser-Wärmepumpe anstelle einer Ölheizung
In der Gemeinde Chézard im Kanton Neuenburg liegt das Eigenheim von Roland Zimmermann. Nachdem er sein Haus 20 Jahre lang mit Öl beheizt hatte, wollte er auf eine zukunftsfähige Lösung mit einer erneuerbaren Heizung umsteigen. Im Herbst 2020 buchte er deshalb eine Impulsberatung «erneuerbar heizen» bei einem erfahrenen Experten. Dieser zeigte Zimmermann die verschiedenen erneuerbaren Heizsysteme auf, die am Standort möglich waren. Aus der Impulsberatung ergab sich, dass eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage am besten zur Liegenschaft passen würde. Eine Lösung, die sich bestens bewährt hat. Die Impulsberatung hat laut Zimmermann klare Vorteile gebracht: «Für mich war es eine grosse Erleichterung, dass ich mich auf die Einschätzung einer Fachperson verlassen konnte.»
Elektroheizung nicht mehr zeitgemäss
Ebenfalls auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Photovoltaikanlage setzt seit einigen Jahren das Ehepaar Rotanzi aus Camorino bei Bellinzona. Ihr Einfamilienhaus mit Baujahr 1986 wurde ursprünglich von einer Elektroheizung mit Wärme versorgt. Die Rotanzis wollten nach ihrer Pensionierung auf eine effizientere Heizung umsteigen und vereinbarten zu diesem Zweck eine Impulsberatung «erneuerbar heizen». «Diese war sehr hilfreich, um einen Überblick über die möglichen erneuerbaren Heizsysteme zu erhalten», sagt Lauro Rotanzi. Durch den Heizungsersatz spart das Ehepaar nun gut 1000 Franken pro Jahr an Heizkosten und schont gleichzeitig die Umwelt.
Impulsberatung «erneuerbar heizen»
Lassen Sie sich jetzt kostenlos über die konkreten Möglichkeiten zum Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme beraten. Die Impulsberatung «erneuerbar heizen» ist ein Angebot des Bundes und steht insbesondere Eigentümerschaften von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Stockwerkeigentümerschaften kostenlos zur Verfügung, wenn der Wärmeerzeuger des Hauses mehr als zehn Jahre alt ist und als Hauptheizung für die Raumwärme dient.
Bei der Impulsberatung besichtigt eine Fachperson das Gebäude und gibt im persönlichen Gespräch einen Überblick, wie sich die bestehende Heizung durch ein erneuerbares Heizsystem ersetzen lässt.
Auch eine grobe Kostenschätzung und Tippszum weiteren Vorgehen sind Teil der unverbindlichen Beratung. Eine Impulsberaterin oder einen Impulsberater in Ihrer Nähe finden Sie auf erneuerbarheizen.ch
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