Ob Feinstaub im Winter oder Ozon im Sommer: Meldungen über eine Verschlechterung der Aussenluftqualität nehmen wir stets mit Besorgnis auf. Deutlich weniger im Fokus steht hingegen die Qualität der Raumluft. Das ist insofern paradox, als dass sich ein Mensch in der Schweiz durchschnittlich 90 Prozent seiner Lebenszeit in Gebäuden aufhält. Deshalb lohnt es sich, der Luftqualität in Immobilien die nötige Beachtung zu schenken – denn sie ist keineswegs immer so gut, wie sie für unser Wohlbefinden sein sollte. Neben Faktoren wie der Schadstoffkonzentration und der Temperatur ist auch die Feuchtigkeit in der Raumluft entscheidend für die Aufenthaltsqualität in einem Gebäude. Und: Ist die Feuchtigkeit zu hoch, kann das auch dem Gebäude selbst schaden.
Belastungen vermeiden
Beim Menschen kann sich sowohl zu trockene als auch zu feuchte Luft negativ auf die Gesundheit auswirken. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit unter 35 Prozent, trocknen die Schleimhäute aus, was beispielsweise Reizhusten und Atemwegsinfektionen begünstigt. Zudem wird die Haut trockener und rissiger. Bei einer Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent kann der Körper weniger gut Wärme über das Schwitzen abgeben, weil die Luft bereits mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Das kann für den menschlichen Organismus eine Belastung sein, insbesondere bei vulnerablen Personen.
Auch für ein Gebäude und die darin verbauten Materialien kann eine zu tiefe oder zu hohe Luftfeuchtigkeit problematisch sein. Liegt sie zu tief, trocknen gewisse Baustoffe wie Holz aus, was zu Rissen und Schäden führen kann. Erreicht die Luftfeuchtigkeit dagegen Werte von 60 Prozent und mehr, droht die Bildung von Schimmel. Auch viele Baustoffe nehmen bei zu hoher Feuchtigkeit Schaden. Beides kann teure Reparaturen und Sanierungen nötig machen.
Heikle Räume beachten
Wer in seinem Haus keine automatische Regelung der Luftfeuchtigkeit hat, wie sie beispielsweise gewisse mechanische Lüftungen bieten, sollte deshalb in heiklen Räumen wie Badezimmern, Kellern und Trocknungsräumen den Einsatz eines Luftentfeuchters prüfen. Ist ein solches Gerät bereits vorhanden, lohnt sich ein Blick auf die Energieeffizienz – ältere Entfeuchter verbrauchen teils sehr viel Strom für ihren Betrieb. Ein Förderprogramm unterstützt derzeit den Ersatz solcher Geräte durch energieeffiziente neue Luftentfeuchter (siehe Infobox). Lassen Sie sich beim Kauf am besten durch eine Fachperson beraten, denn nicht jedes Gerät eignet sich für jeden Einsatzzweck.
Tipps für den Betrieb
Damit ein Luftentfeuchter tatsächlich wenig Strom verbraucht und die gewünschte Luftqualität sicherstellen kann, sind im Betrieb einige Grundsätze zu beachten. So sollte das Gerät beispielsweise über das heute meist eingebaute Hygrometer (Luftfeuchtigkeitsmesser) geregelt werden. Dazu stellt man einen Zielwert ein, damit sich der Entfeuchter ausschaltet, wenn dieser erreicht ist. Wichtig: Türen und Fenster müssen im betreffenden Raum stets geschlossen sein, sonst zieht der Entfeuchter feuchte Luft aus anderen Räumen nach und arbeitet nonstop. Damit ein Entfeuchter einwandfrei funktioniert, sollte er zudem regelmässig gewartet werden. Fachleute empfehlen, den Filter einmal pro Monat zu kontrollieren und wenn nötig zu reinigen respektive zu ersetzen.
Förderprogramm «smart-dry»
Das Förderprogramm «smart-dry» wird unterstützt durch ProKilowatt unter der Leitung des Bundesamtes für Energie und läuft noch bis etwa Mitte 2026.
Weitere Informationen und Empfehlungen zum Umgang mit Luftentfeuchtern finden Sie auf der Website des Förderprogramms:





