Garten und Terrasse

Attika-Terrasse: Aussicht mit Privatsphäre

Der Ausblick spielt bei lichtdurchfluteten Attika-Wohnungen eine wichtige Rolle. Je stärker sich die Bauweise in unseren Siedlungen aber verdichtet, desto mehr Beachtung verdient die Sicherstellung der Privatsphäre.

von Tobias Franzke

Silvedes AG, Brütten

Betritt man vor dem Einzug zum ersten Mal die neue Attika-Terrasse, mischt sich mitunter etwas Beklemmung in die Vorfreude auf das neu erworbene Domizil. Auf der noch völlig kahlen Fläche ist die starke Exposition beinahe greifbar – man fühlt sich von allen Seiten beobachtet. Tatsächlich ist es die plötzlich im Augenwinkel wahrgenommene Bewegung auf einer bisher gewohnt leeren Terrasse, welche die Nachbarn unwillkürlich aufschauen lässt. Erst eine gewisse Abschirmung sorgt für ein dauerhaftes Wohlbefinden im eigenen Aussenwohnbereich in luftiger Höhe.

Aufmerksamkeit ablenken

Einen wertvollen Beitrag zu diesem Wohlgefühl leisten Terrassenbestandteile, welche die Besitzer überragen. Eine Baumkrone im Überkopfbereich schafft ein heimeliges Ambiente. Der Baum bietet den gefühlten Schutz, den man beispielsweise bei einer Nacht im Freien instinktiv suchen würde. Die Bewohner selbst sind dank eines solchen Schattenbaumes nicht mehr das physisch grösste «Element» auf der Terrasse. Somit sinkt auch der Reflex der Nachbarn, sich bei jeder Bewegung umzudrehen. Das Umfeld gewöhnt sich daran, dass sich auf der Attika-Terrasse ein Baum im Wind wiegt und sie dadurch stets belebt ist. Treten die Bewohner dann nach draussen, fällt die zusätzliche Veränderung nicht mehr auf.

Einblicke verhindern

Es gibt aber auch Situationen, in denen tatsächlich ein Sichtschutz Sinn ergibt. Niemand lässt sich gerne ständig auf den Teller schauen. Es lohnt sich aber, die Blick-achsen gezielt auszuloten, um die Massnahmen auf das notwendige Minimum zu beschränken. Häufig wird gar kein vollflächiger Sichtschutz benötigt. Selbst wenn mit Pflanzen gearbeitet wird, sitzt niemand gerne vor einer grünen Wand. Oft genügt es, den direkten Blickkontakt abzufangen – zum Beispiel mit einer lockeren Bepflanzung aus hohen Gräsern. Im Gegensatz zu einer starren Hecke bewegen sich Grashalme im Wind und vermitteln eine gewisse Leichtigkeit. Im Herbst werden sie zusammengebunden, im Frühling einfach abgeschnitten. Die Gräser wachsen dann aufs Neue. Heckengehölze hingegen müssen regelmässig in Form geschnitten werden – vor allem auf der Geländer-Aussenseite kann das ziemlich aufwendig werden.

Bei der Dimensionierung ist entscheidend, in welcher Position man sich befindet. Vielfach reicht es aus, die Sitz- oder gar die Liegeperspektive abzuschirmen. Häufig braucht es keine mannshohe Ab-deckung, wenn nur die Sonnenliege aus dem Blickfeld der Nachbarn verschwinden soll. Bisweilen können auch Glasgeländer zu unangenehmen Einblicken von unten führen. Dann reichen meist geringe Höhen, um diese Sichtachsen zu unterbrechen.

Sicht- und Windschutz

Ist zusätzlich ein Windschutz gewünscht, können Metallwände in Betracht gezogen werden. Auf Terrassen ist die Verwendung von Aluminium am sinnvollsten, um Rostflecken auf dem Plattenboden zu vermeiden. Befestigt an entsprechend ausgestalteten Pflanzgefässen, kann ein solcher Paravent

frei platziert werden. Abhängig vom Geschmack der Bewohner können individuelle Lasermuster mit der gewünschten Durchlässigkeit entworfen und realisiert werden.

Geht es nur um den Wind – wenn beispielsweise an Bisentagen frostige Luft ungehindert um die Hausecke pfeift – schafft eine Seitenmarkise Abhilfe. Ähnlich einer Projektionsleinwand verschwindet die Markise witterungssicher in einem Kastenprofil an der Hauswand und wird nur bei der entsprechenden Wetterlage ausgezogen. Mit wenigen Handgriffen wird die Markise an einem Einhängemast oder einem Befestigungselement am Geländer gegenüber fixiert und ist ebenso schnell wieder verstaut.

Während Gartenhecken bisweilen gut vor dem Wind schützen, können Pflanzen in Gefässkultur den Wind nur etwas abmildern. Erfahrungsgemäss sorgen sie wegen ihrer lockeren Struktur kaum für den gewünschten Windschutz.

Ausblick unterstreichen

Grün ist gut fürs Gemüt. Nach dem Grau in Grau des Winterhalbjahres steigt die Stimmung im Frühling mit dem Austreiben der Bäume deutlich. Überall in der Natur reckt sich das Leben – die Freiluft-saison wird spektakulär eingeläutet.

Damit sich auch die Terrasse spürbar mit Leben füllt, gleichzeitig aber die grosszügige Weite einer Attika-Wohnung erhalten bleibt, muss der Grossteil des Grüns in den Überkopfbereich. Eine tolle Aussicht kommt unter der behütenden Krone eines Terrassenbaumes noch viel besser zu Geltung. Ein schirmförmiger Laubbaum lässt genug Raum, um darunter durchzulaufen und kreiert einen behaglichen Ort zur Entspannung. Er unterstreicht die Fernsicht und bietet zudem einen malerischen Anblick. Obendrein fungiert er als guter Sonnenschirm. Just wenn die erstarkende Sonne etwas Schatten wünschenswert macht, erscheinen die frischgrünen Blätter und entfalten ihre kühlende Wirkung. Von morgens bis abends schattiert die Laubkrone Terrassenboden und Fassade und macht den Aufenthalt im Freien auch an heissen Tagen angenehm.

Abendpanorama

In den Abendstunden umrahmen die dezent beleuchteten Schirmkronen der Terrassenbäume den Ausblick und schaffen ein wohliges Ambiente. Der Wohnraum wird durch gekonnt platzierte Lichtakzente auf der Terrasse optisch erheblich ausgedehnt, und die wohltuende Wirkung der Bepflanzung erstreckt sich somit auf den Innenraum. Sogar im Winter, wenn die laublosen Baumkronen tagsüber das ersehnte Sonnenlicht die Räume durchfluten lassen, wird die Terrasse mit den warmen Lichtquellen bereits ab den frühen Abendstunden Teil eines harmonischen Raumgefühls.

Gelungenes Terrassendesign besteht in der Kunst, die wertvollen Aussenflächen einer Attika-Wohnung ganzjährig nutzbar zu machen. Mit einer fundierten Planung gelingt es, den Innenbereich um den Aussenraum zu erweitern und eine optische Einheit zu schaffen. Die umsichtige Gestaltung der Terrassen kann das ganze Wohngefühl nachhaltig positiv beeinflussen und einen nahtlosen Übergang in die Natur bewirken – mit sorgfältig dosierter Privatsphäre und gleichzeitig grosszügiger Offenheit.

Terrassengestaltung

Weitere Informationen zum Thema Terrassengestaltung sowie Hilfe von Fachleuten finden Sie auf der folgenden Website: silvedes.ch