Vor bald 50 Jahren baute Bruno Trutmann in Watt ZH zwei Häuser. Das grössere für seine Familie, das kleinere für seinen Vater. Zunächst wurde eine Ölheizung eingebaut. 1975 entschied sich der Bauherr, auf eine damals brandneue Technologie zu setzen. Solarkollektoren erwärmten eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel, die in einem rund 7000 Liter grossen Tank gespeichert wurde. Zudem gab es ein Erdregister. Bei diesem Vorläufer der Erdsonden-Heizung wurden Leitungen horizontal im Erdreich verlegt, um dessen Wärme zu nutzen. Leider funktionierte die innovative Anlage aber nicht zufriedenstellend.
Öl, Sonne und Aussenluft
Um 1995 wurde deshalb abermals eine Ölheizung eingebaut. 2008 folgte beim kleineren Haus ein Umbau. «Wir rissen das bestehende Obergeschoss ab und bauten alles neu auf, der grosse Öltank im Erdgeschoss wurde entfernt», berichtet Bruno Trutmann. Als Ersatz installierte er zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen. Diese lieferten die Heizwärme, zwei thermische Solaranlagen waren für das Warmwasser gedacht. Die Wärmepumpen-Technologie hatte inzwischen Fortschritte gemacht, war aber noch nicht ganz ausgereift. Nach zehn Jahren Betriebsdauer zeigten sich erste Probleme, und der Stromverbrauch war sehr hoch. Auch die Solarthermie konnte ihr Versprechen nicht ganz einlösen. Im Winterhalbjahr musste das Warmwasser sehr oft elektrisch erwärmt werden.
Im Herbst 2025 war die Schmerzgrenze erreicht. Eine Wärmepumpe gab den Dienst komplett auf, und Bruno Trutmann wollte eine funktionierende Heizung – «ein für alle Mal». Mit diesem Wunsch wandte er sich an die Heinz Gertsch AG (Zürich), die schon länger für die Heizung in der Fabrik der Familie Trutmann zuständig war. «Bei einem Express-Heizungsersatz gibt es nicht allzu viele Optionen», sagt Inhaber Stephan Gertsch. Bis vor kurzem installierte er bei seinen Kunden ausschliesslich Erdsonden-Wärmepumpen. Doch auf dem Grundstück von Bruno Trutmann hätten Bohrungen nicht nur sehr viel Zeit und Geld beansprucht, sondern auch eine Umplatzierung der gesamten Heizzentrale auf die andere Gebäudeseite verlangt.
Propan im Vorteil
Deshalb wurden die zwei alten Luft-Wasser-Wärmepumpen mit zwei neuen Luft-Wasser-Wärmepumpen vom Typ Elco SPK20 ersetzt. «Seit zwei kürzlichen und erfolgreichen Projekten mit diesem Maschinentyp bin ich von der neuen Technologie überzeugt», sagt Stephan Gertsch. Die neuen Wärmepumpen nutzen das natürliche Kältemittel Propan (R290), was Vorlauftemperaturen von bis zu 70 Grad ermöglicht. Im Fall von Trutmanns war dies nicht zwingend nötig, da beide Gebäude mit einer Fussbodenheizung ausgerüstet sind (Vorlauftemperatur 35 Grad). Die grosse Leistung ist aber perfekt, weil die Wärmepumpen neu auch die Warmwasseraufbereitung für das grössere Haus übernehmen. Die Solarthermie-Anlage des kleineren Hauses funktioniert noch einwandfrei und bleibt in Betrieb.
Die Umsetzung des Projekts erfolgte in rekordverdächtiger Zeit. Die Bauarbeiten begannen am 24. November des letzten Jahres mit dem Rückbau der alten Anlage (Wärmepumpen, Inneneinheiten, Steuergeräte). Aus jeder der zwei alten Wärmepumpen mussten 18 Kilogramm Kältemittel (R407c) fachmännisch entfernt und entsorgt werden. Zum Vergleich: Die beiden neuen Wärmepumpen benötigen lediglich 3,8 Kilogramm Propan (R290) pro Gerät. Danach wurden die Fundamente für die neuen Wärmepumpen betoniert und die Verbindungsleitungen von diesen zum Technikraum erstellt. In diesem wurden alle Pumpen sowie Fühler ersetzt. Die Bodenheizung konnte problemlos über die bestehenden Heizgruppen angeschlossen werden. Bereits gut zwei Wochen nach Baubeginn, am 5. Dezember, wurde die neue Anlage in Betrieb genommen. «Eine Top-Leistung, für die wir sehr dankbar sind», kommentiert Bruno Trutmann.
Grosse Unterschiede
Wo liegen nun die Unterschiede zwischen den alten und den neuen Wärmepumpen? «Die Fortschritte sind gewaltig», sagt Marco Krauer, zuständiger Verkaufsberater bei Elco. Er nennt folgende Punkte: Erstens sind moderne Maschinen deutlich leistungsfähiger und zuverlässiger als ihre Vorgänger aus den Nullerjahren. Zweitens sanken die Schallwerte so tief, dass der Lärmschutz problemlos eingehalten werden kann. Drittens ist ein markanter Effizienzgewinn gelungen: «Neue Wärmepumpen besitzen eine Modulierung. Das heisst, ihre Leistung wird stets an den effektiven Bedarf angepasst.» Viertens können zwei oder mehr Geräte zu einer Kaskade verbunden werden. Ein solcher Verbund stellt sicher, dass beide Wärmepumpen gleichmässig beansprucht werden.
Nicht alle Komponenten im Technikraum sind neu. Der Pufferspeicher der vorherigen Wärmepumpen (Volumen 800 Liter) kann weiter verwendet werden, um das Takten der Wärmepumpen zu verhindern. Neu ist der Warmwasserspeicher (Volumen 500 Liter). Für eine komfortable Bedienung wurde die Anlage mit der Fernwartung Remocon Net ausgerüstet. So können verschiedene Komfortparameter der Heizung über eine App gesteuert werden. «Das ist sehr praktisch – aber die Einstellungen überlasse ich meinem Sohn», sagt Bruno Trutmann mit einem Lachen.
Fazit
Der Hauseigentümer freut sich nicht nur über die neue Anlage, sondern auch wegen der tieferen Stromrechnung. «Der Abschied von den alten Wärmepumpen hat sich definitiv gelohnt. Im Dezember 2025 sparte ich 1200 Franken, und selbst im kalten Februar 2026 war die Rechnung 700 Franken tiefer als noch vor einem Jahr.» Und Installateur Stephan Gertsch ergänzt: «Meine frühere Skepsis gegenüber den Luft-Wasser-Maschinen ist verflogen. Die neuen Wärmepumpen arbeiten sehr zuverlässig und funktionieren seit der Inbetriebnahme absolut tadellos.»
Projektdaten
Objekt: zwei aneinander gebaute Einfamilienhäuser, Baujahr 1978
Alte Heizungslösung: Zwei aussen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpen (Leistung je 26 Kilowatt) für Raumwärme. Solarthermieanlage mit dachmontierten Kollektoren und Speicher (Volumen 800 Liter), Übertragung der Wärme vom «Solarboiler» auf einen konventionellen Warmwasserspeicher mit Elektroheizeinsatz (Volumen 500 Liter).
Neue Heizungslösung: Zwei aussen aufgestellte, kaskadierte Luft-Wasser-Wärmepumpen Elco Aerotop SPK20 (Leistung je 20 Kilowatt) für Raumwärme. Warmwasseraufbereitung via Wärmepumpe (Hauptgebäude) respektive Solarthermie-Anlage (Nebengebäude). Pufferspeicher (Volumen 800 Liter) sowie Warmwasserspeicher (Volumen 500 Liter) im Hauptgebäude. Separater Warmwasserspeicher in Verbindung mit Solarthermieanlage im Nebengebäude. Fernwartung Remocon Net für Diagnose und Steuerung via App.









