Naturgefahren

Schäden vermeiden bei Oberflächenabfluss

Die Sommer in der Schweiz werden heisser und trockener – gleichzeitig steigt das Risiko für Gewitter und kurzfristige Starkregenereignisse. Diese können durch den Oberflächenabfluss grosse Wasserschäden verursachen.

von Christian Zeunert

Climate and Nature Director bei Zurich Schweiz

Im Juni 2026 war die gesamte Schweiz von einer grossen Hitzewelle betroffen, örtlich wurden bis zu 39 Grad gemessen. Gleichzeitig war es ungewöhnlich trocken. Dieser Trend wird sich in Zukunft noch verstärken, wie Meteo Schweiz und die ETH Zürich in der Studie «Klima CH2025: Klimazukunft Schweiz» festgehalten haben.

Die Wahrscheinlichkeit für Schäden nach Starkregen steigt

So überraschend es klingt – auch wenn es generell heisser und trockener wird, erhöht sich dennoch das Risiko für Schäden durch Wasser: Durch das wärmere Klima kann die Luft mehr Feuchtigkeit speichern, was zu heftigeren und häufigeren Niederschlägen führt. «In der Folge ist mit einer Zunahme des Oberflächenabflusses zu rechnen. Überschwemmungen können auch in Gebieten geschehen, die von Hochwasser durch Flüsse und Seen nicht gefährdet sind», ist auf der Webseite der Nationalen Plattform für Naturgefahren PLANAT zu lesen.

Siedlungen sind vom Oberflächenwasser besonders betroffen

Mittlerweile wird die Hälfte aller Hochwasserschäden durch Oberflächenwasser verursacht. Rund zwei Drittel der Gebäude in der Schweiz sind potenziell von Oberflächenabfluss nach Starkregen betroffen. Besonders in Siedlungen mit vielen versiegelten Flächen ist dies ein Problem. Dabei wird oft unterschätzt, welche Schäden das Oberflächenwasser anrichten kann: Bereits wenige Zentimeter Wasser können ausreichen, um tiefer liegende Räume wie eine Tiefgarage oder einen Keller meterhoch zu fluten. Über die Gefährdungskarte Oberflächenabfluss Schweiz lässt sich erkennen, welche Flächen betroffen sind, wo Oberflächenwasser abfliesst und wie hoch das Wasser stehen kann.

«Erschwerend kommt hinzu: Der globale Temperaturanstieg wirkt sich in der Schweiz besonders stark aus – mit den entsprechenden Folgen», kommentiert Risto Schmid, Head Climate Resilience Switzerland of Zurich Resilience Solutions Switzerland. «Deshalb sollten Wohneigentümer nicht nur aktuelle Risiken berücksichtigen, sondern sich auch vorausschauend auf künftige Risiken einstellen.»

Mit Prävention das Risiko senken

Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer können durch festverbauliche sowie mobile Präventionsmassnahmen das Risiko von Oberflächenabfluss an ihrem Objekt wirksam reduzieren:

Bei der Gartengestaltung Flächen entsiegeln, damit bei Starkregen das Wasser im Boden versickern kann. Z. B. können asphaltierte Flächen durch begrünte Pflastersteine ersetzt werden.

Anordnung der haustechnischen und elektrischen Anlagen über dem maximalen Wasserpegel, getrennte Leitungsführung zur Versorgung von Gebäudeteilen unter und oberhalb des maximalen Wasserpegels.

Boden, Wände und Decken sollten gerade im Keller aus nässeunempfindlichen Materialien bestehen, z. B. Beton, Natur- und Backstein oder Metall.

Rückstauklappen einbauen, die das Aufsteigen und Eindringen von Hochwasser durch die Kanalisation verhindern.

Die Oberkante der Lüftungs- bzw. Lichtschächte muss höher liegen als der maximale Wasserpegel, den die Gefährdungskarte ausweist.

Abläufe von Dächern und Einläufe in die Kanalisation regelmässig reinigen und prüfen, insbesondere vor einer Gewitterwarnung.

Regenwasser aus der Dachrinne in einer Regentonne auffangen und als Ressource nutzen – wichtig ist dabei ein zuverlässiger Überlaufschutz.

Türen und Fenster nach Möglichkeit in Abhängigkeit vom maximalen Wasserpegel wasserdicht verstärken und mit zertifizierten Dammbalken schützen.

Garageneinfahrt mit zertifizierten Dammbalken schützen oder bei Tiefgaragen Gegensteigung einbauen.

Weil auch bei konsequenter Prävention immer ein Restrisiko bleibt, empfiehlt sich ein ausreichender Versicherungsschutz für Hausrat und Gebäude.

Zurich-Naturgefahren-Radar bietet Detailanalyse und konkrete Tipps

Das interaktive Tool «Zurich Naturgefahren-Radar» ermöglicht Wohneigentümern eine fundierte Standort- und Liegenschaftsanalyse für ihr Objekt. Ausserdem bietet es konkrete Tipps, um die Immobilie effizient und kostengünstig vor Naturgefahren zu schützen, etwa durch bauliche Massnahmen.

zurich.ch/de/services/naturgefahren

Zurich Schweiz

HEV-Mitglieder profitieren bei Zurich von attraktiven Partner-Rabatten auf zahlreiche Sachversicherungen sowie von Vorzugskonditionen bei Risiko- und Sparlösungen in der Vorsorge.

Kontaktieren Sie uns fürweitere Informationen oder eine Beratung. Sie erreichen Zurich auch unter 0848 850 150, oder besuchen Sie eine Zurich Generalagentur:

zurich.ch/agentur