Pflanzenschnitt

Die Pflege des Gartens

Was ist ein korrekter Schnitt bei Bäumen, Sträuchern und Co., und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Es lohnt sich, für seine Gartenpflanzen einen langfristigen Schnittplan zu erstellen und professionellen Rat einzuholen.

von Ralph Hoffmann

Inhaber Gartencenter Hoffmann AG

Haben Sie einen Garten übernommen oder gerade neu gestaltet? In beiden Fällen braucht die Gartenanlage eine bedarfsgerechte Pflege. Wichtig ist, dass die Bäume und Sträucher mit einem fachgerechten Erziehungsschnitt (Formschnitt bei jungen Bäumen in den ersten Jahren nach der Pflanzung) regelmässig verjüngt werden. Aber auch Hecken, die oft an den Grenzen der Grundstücke stehen, müssen regelmässig geschnitten werden. In vielen Fällen sind die Schnitte sogar nötig, damit die geltenden Vorschriften bezüglich der Grenzabstände, der Höhe und des Schattenwurfs der Bäume zum angrenzenden Nachbarsgrundstück eingehalten werden.

Schnitte fördern und erhalten generell die Gesundheit der Pflanzen, erhöhen den Ertrag bei Obstgehölzen und tragen zur Sicherheit in Bezug auf das Totholz im Geäst bei. Gerade das tote Holz kann aus den Bäumen herunterfallen und zur Gefahr für Passanten werden. Insgesamt sorgt das Schneiden der Gartenpflanzen für deren längere Lebensdauer.

Für den korrekten Schnitt braucht es Erfahrung

Es empfiehlt sich, für die korrekte Schnitttechnik einen Profi beizuziehen. Ein Gartenbauer beispielsweise lernt über die Jahre, was es bedeutet, Pflanzen fachgerecht zu unterhalten. Er weiss, wann der richtige Zeitpunkt für den Schnitt ist und welche Schnitttechnik einzusetzen ist. Aufgrund seiner Kenntnisse über die Gehölze weiss er auch, welche Werkzeuge sinnvoll sind und welcher Schnitt bei der entsprechenden Pflanze anzuwenden ist.

Zeitlich wird der Schnitt gerne auf die laublose Jahreszeit geschoben, da so das Geäst klarer erkennbar ist. Auch werden auf diese Weise die Vögel nicht bei ihrer Nist- und Brutzeit gestört.

Grundsätzlich werden Pflanzen eingeteilt in Frühjahrsblüher und Sommerblüher: Die Frühjahrsblüher werden nach der Blüte geschnitten und die Sommerblüher, wie zum Beispiel Rosen, bereits im Frühjahr.

Was man tun und nicht tun sollte

Besonders aufpassen sollte ein Gartenbesitzer bei dem sogenannten «Hausmeisterschnitt». Bei diesem Schnitt wird der Baum oder Strauch in Kugelform geschnitten. Diese Form eignet sich jedoch langfristig nicht, denn die Sträucher können so ihren Habitus nicht weiter erhalten. Es besteht die Gefahr, dass das Gehölz in relativ kurzer Zeit verkümmert und nicht mehr richtig blüht. Was es hingegen braucht, ist ein fachgerechter Schnitt, mit dem die alten Äste heraus-geschnitten und so die Sträucher verjüngt werden.

Vor allem bei Bäumen lohnt es sich, bereits zu Beginn eine solide Pflege zu definieren. Allzu oft wird bei Bäumen der erste Schnitt erst nach Jahrzehnten durchgeführt. Dabei werden sie bis zu «Stumpen» zugeschnitten, was für eine furchtbare Erscheinung sorgt. Viele wissen auch nicht: Ist der Baum einmal falsch zurückgeschnitten, bleibt er für den Rest seines Lebens verunstaltet. Es lohnt sich also, bereits bei der Einpflanzung die korrekte Unterhaltsstrategie durch einen Spezialisten bestimmen zu lassen. Mit dem gezielten Schnitt kann der Baum zur perfekten Form herangezogen werden.

Schnitte bei Stauden und Gräsern

Auch bei den krautigen Gewächsen wie Stauden und Gräsern sind Rückschnitte durchzuführen. Bei diesen gilt es generell, die Schnitte erst im Frühjahr auszuführen. Die im Herbst abgestorbenen Pflanzenteile sollten liegengelassen werden, da sie einen wichtigen Rückzugsort für Kleintiere und Insekten bilden. Auch bieten die abgestorbenen Teile auf dem Boden den anderen Pflanzen Schutz gegen die Winterkälte und sorgen gleichzeitig dafür, dass der Boden nicht allzu stark austrocknet.

Es empfiehlt sich also, den Garten oder die Terrasse regelmässig zu unterhalten. Somit steigert sich längerfristig der Wert der Gartenpflanzen, und die Anlage wirkt gleichzeitig gepflegt und schön.