Kochfelder

Wie Demografie Innovationen antreibt

Die Schweizer Bevölkerung verändert sich. Dies beeinflusst auch die Gestaltung moderner Haushaltsgeräte. Am Beispiel des Kochfelds zeigt Daniel Kinek, Product Manager bei V-ZUG, wie Hersteller ihre Produkte an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen.

Der Schweizerische Hauseigentümer: Herr Kinek, inwiefern beeinflusst die Bevölkerungsstruktur der Schweiz die Produktentwicklung von V-ZUG?

Daniel Kinek: Die Bevölkerungsstruktur der Schweiz ist ein zentraler Einflussfaktor für unsere Produktentwicklung. Schweizer Haushalte sind heute sehr vielfältig. Neben klassischen Familien gibt es viele Ein- und Zweipersonenhaushalte in kleinen Wohnungen und zunehmend auch Business-Apartments. Diese Wohnformen stellen andere Anforderungen an Haushaltsgeräte. Daraus entstehen beispielsweise kompaktere und platzsparende Geräte und Lösungen, die auf kleinere Mengen ausgelegt sind. Speziell auf Kochfelder bezogen bedeutet dies zum Beispiel kleinere Kochfelder mit nur zwei statt vier Zonen.

Auch beobachten wir eine alternde Gesellschaft mit einem wachsenden Anteil an Seniorinnen und Senioren. Das führt dazu, dass wir verstärkt auf gut lesbare Anzeigen, einfache Benutzerführung und komfortable Handhabung achten. Der Markt für altersgerechtes Wohnen wächst kontinuierlich und gewinnt auch für die Küchen- und Haushaltsgerätebranche an Bedeutung.

Welche Aspekte sind bei der Küchenausstattung von Alterswohnungen relevant?

Das Thema Wohnen im Alter spielt für uns als Haushaltsgerätehersteller eine wichtige Rolle. Gerade bei Kochfeldern ergeben sich daraus besondere Anforderungen. Mit zunehmendem Alter können Sehvermögen, Feinmotorik, Kraft und Reaktionsgeschwindigkeit nachlassen. Deshalb ist eine gute Lichtquelle in der Küche wichtig. Die Bedienung sollte möglichst wenig Kraftaufwand erfordern und auch mit eingeschränkter Beweglichkeit komfortabel möglich sein. Je nach Nutzerbedürfnis können Drehschalter Vorteile bieten, da sie ein direktes haptisches Feedback ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherheit. Gerade im Zusammenhang mit Wohnen im Alter ist die Frage der Kochfeldtechnologie sehr relevant. In vielen Schweizer Mietwohnungen sind nach wie vor Strahlungsheizkörper – umgangssprachlich oft Glaskeramik- oder Ceranfelder genannt – installiert. Diese Technologie ist bewährt, bringt aber sicherheitstechnisch einige Nachteile mit sich.

Welche Vorteile bieten denn Induktionskochfelder gegenüber solchen aus Glaskeramik?

Moderne Induktionskochfelder erkennen in der Regel, ob induktionstaugliches Kochgeschirr auf der Kochzone steht. Geschirr und Induktionsspule bzw. deren Strahlungsfeld bilden eine Einheit, die nur zusammen funktioniert – und so die geeignete Kochleistung (Hitze) produzieren kann. Die Glasoberfläche erwärmt sich hauptsächlich durch die Abstrahlwärme des Kochgeschirrs und bleibt im Vergleich zu Strahlungsheizkörpern deutlich kühler. Nach dem Kochen bleibt der Strahlheizkörper viel länger heiss als ein Induktionskochfeld. Induktion heizt viel schneller auf und kühlt viel schneller ab. Das reduziert das Verbrennungsrisiko erheblich. Gerade für ältere Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen oder nachlassender Sensibilität in den Händen kann dies ein Vorteil sein.

Welche Trends und Entwicklungen sehen Sie bei Kochfeldern?

Die weitere Entwicklung und Etablierung der Induktion in institutionellen Bauten. Der Anteil von Induktionskochfeldern nimmt seit Jahren kontinuierlich zu.

Dann wird der Anteil an kleinenKochfeldern weiter zulegen – und damit auch deren Weiterentwicklung, z. B. mit dem Einbau eines integrierten Dunstabzugs. Bei einem solchen CombiCookTop ist die Rolle von Filtern und deren Unterhalt sehr wichtig. Mit Blick auf das Wohnen im Alter und die nachlassende Feinmotorik müssen diese Filter gut zugänglich und mit einfachen Handgriffen auswechselbar sein.

Bei einem Teil der Konsumenten beobachten wir ein wachsendes Interesse an haptischen Bedienelementen. Der Trend geht hin zu Drehschaltern, mit denen man schnell Funktionen anwählen kann, kombiniert mit Technik, die im Hintergrund funktioniert, ohne sichtbares Display. Kunden können sich überfordert fühlen, wenn das Display ständig etwas anzeigt und blinkt.
 

Auch die Farbauswahl bei den Kochfeldern wird immer grösser. Diese waren bisher meist schwarz und glänzend. Mittlerweile gibt es auch andere Farben wie Beige oder Grau und matte Oberflächen.
 

Einige moderne Kochfelder haben keine festen Zonen mehr, sondern eine nahtlose Fläche für mehrere Töpfe oder Pfannen. Wo immer das Kochgeschirr platziert wird – das Kochfeld erkennt es sofort.
 

Das Interview führte Tamara Lustenberger, Redaktorin beim HEV Schweiz

Mehr Informationen

Weitere Informationen zu Kochfeldern finden Sie hier.